Gesundheit beginnt im Kopf

Das Zusammenspiel unserer persönlichen Einstellungen und äußeren Lebensbedingungen bestimmen, wie widerstandsfähig wir sind. Mental Coach Antje Heimsoeth sagt: Unsere Gesundheit hat ihren Ursprung im Denken. Warum, erklärt sie exklusiv den Lesern von DetoxDeluxe.

Gesundheit ist ein sehr kostbares Gut: wir können sie weder kaufen noch als selbstverständlich betrachten. Wie wichtig sie für uns ist, merken wir meist erst, wenn sie uns abhanden gekommen ist. Unsere persönlichen Einflussmöglichkeiten auf die körperliche Verfassung sind dabei weitaus größer, als viele meinen. Denn Gesundheit ist kein Zustand, sondern ein Lern- und Veränderungsprozess, der lebenslang andauert. An diesen Prozess haben neben der Ernährung und der körperlichen Bewegung weitere Faktoren Anteil: das Umfeld (Freunde, Familie, …), das Selbstvertrauen, empfundene Freude und Spaß, die innere Haltung, Sichtweisen und Glaubenssätze.

Gesundheit beginnt im Kopf
Unsere Gedanken, Überzeugungen und Ansichten, unser innerer Dialog mit uns selbst, auch das Festhalten oder eben Loslassen negativ empfundener Erlebnisse sind Bausteine des Fundaments, auf das unsere Gesundheit aufbaut. Je optimistischer diese Bausteine zusammengesetzt sind, desto stabiler wird das Fundament. Je pessimistischer sie hingegen ausgerichtet sind, desto eher neigen wir zu Stresssymptomen, Depressivität, Reizbarkeit und Belastungsreaktionen. Die mentale Verfassung beeinflusst unsere Gesundheit.

Nehmen Sie das Steuer selbst in die Hand
Es ist ein Unterschied, ob ich sage: „Das, was ich gerade getan habe, war gut.“ oder „Es war nicht schlecht.“ Negative Gedanken können die Struktur im Gehirn, unserer Steuerzentrale für den Körper, negativ verändern. Hirnforscher haben herausgefunden, dass das Gehirn wie ein Muskel trainierbar ist. Je häufiger durch Gedanken entstandene Verbindungen abgerufen werden, desto stabiler gestalten sie sich. Wenn man krank ist, kann man über die Ärzte oder das Gesundheitssystem jammern. Oder aktiv werden, etwas verändern, in dem man sich z. B. mental stärkt, sich sagt: „Ich schaffe das. Ich vertraue meiner Intuition. Ich trage dazu bei, gesund zu werden.“ Wir haben es selbst in der Hand: Entweder bin ich im Bus des Lebens der Fahrer ‒ oder ich sitze als Fahrgast auf einem der hinteren Plätze.

    Halten Sie gelegentlich inne und nehmen Sie die Zeichen Ihres Körpers bewusst wahr. Ihr Körper ist der Spiegel Ihrer Lebensweise und –haltung. Wer in diesen Spiegel zu schauen vermag, erkennt auch, was schief läuft.

Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst
Wenn wir krank sind, können wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass unser Körper seine heilenden Fähigkeiten entfalten kann. Eine positive Erwartungshaltung unterstützt biochemische Prozesse im Körper, die den Heilungsprozess in Gang setzen können. Dem Körper die Chance zur Genesung zu gewähren, erfordert Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst. In der Regel beginnt der Körper mit leisen Zeichen, die wir oft ignorieren, zu signalisieren: Ich brauche Entspannung und Vertrauen. Doch in unserer schnelllebigen, von vielen Anforderungen geprägten Zeit zwingen wir uns meist, weiterzumachen, Erwartungen anderer zu erfüllen, unsere Belastbarkeit unter Beweis zu stellen. Das Wohlbefinden und die Gesundheit bleiben dabei auf der Strecke. Achtsamkeit heißt hier auch, ehrlich mit sich und den eigenen Bedürfnissen zu sein. Das erfordert Mut, Konsequenz und Willen. Je besser die gesunde Selbstführung ist, desto stabiler wird auch die Gesundheit sein.

Mehr geistiges Wohlbefinden ist der Schlüssel zur Gesundheit des Körpers
Zum mentalen Wohlbefinden können wir bewusst viel beitragen – durch regelmäßige Entspannung, den Aufenthalt in der Natur, das Pflegen guter Beziehungen zu Familie, Freunden, Nachbarn und Kollegen. Ein reiches soziales Leben kann unsere Gesundheit, so belegt es die US-amerikanische Roseto-Studie, positiver beeinflussen als die vielbeschworene Formel „ausgeglichene Ernährung, viel trinken und Bewegung“. Liebe, auch für uns selbst, ist ebenso essentiell fürs Wohlgefühl. Und das Prinzip der Dankbarkeit: Wer den Fokus auf die guten Dinge in seinem Leben richtet, schürt die eigene Zufriedenheit und das Glücksempfinden.

Mein Tipp: Führen Sie ein Dankbarkeitstagebuch, wo Sie alles festhalten, was Ihnen tagsüber an Gutem widerfahren ist – Begegnungen, schöne Momente, eine Umarmung, Lob, Dinge, die Ihnen Freude gemacht haben usw. Wenn Sie Ihr Tagebuch regelmäßig führen, werden Sie einen Wandel Ihrer Wahrnehmung hin zum Positiven feststellen. Dankbarkeit sollten Sie übrigens auch jenen entgegenbringen, die Sie in Ihrem Leben unterstützen, ob beruflich oder privat. Würdigen Sie das Engagement mit kleinen Gesten – ob mit Blumenstrauß, einer Kurznachricht oder schlichtweg Zeit, die Sie sich für den anderen nehmen. Fördern Sie ein positives Umfeld, auch das trägt zum Wohlbefinden bei.

Treten Sie in den Dialog mit Ihrem Körper
Halten Sie gelegentlich inne und nehmen Sie die Zeichen Ihres Körpers bewusst wahr. Ihr Körper ist der Spiegel Ihrer Lebensweise und –haltung. Wer in diesen Spiegel zu schauen vermag, erkennt auch, was schief läuft. Und diese Erkenntnis ist der erste Schritt auf dem Weg zum inneren Gleichgewicht, kurz: zur mentalen Gesundheit.

Zur Autorin

Antje Heimsoeth, Diplom Ing. (FH), Expertin für Selbstführung, Mentale Stärke und Motivation, ist weltweit als Mental Coach und „renommierteste Motivationstrainerin Deutschlands“ (FOCUS) tätig. Seit 2003 führt sie ihr Institut, die Heimsoeth Academy, in Rosenheim, wo sie Ausbildungen, Coachings und Seminare in den Bereichen Business, Gesundheit und Sport anbietet. Sie zählt zu den 100 besten Rednern im deutschsprachigen Raum. Ihr Praxiswissen hat sie in mehreren Büchern niedergeschrieben. Ihr aktueller Ratgeber„Chefsache Kopf. Mit mentaler und emotionaler Stärke zu mehr Führungskompetenz.“ (Springer Gabler, 2015) zählt zu den Bestsellern unter den Managementbüchern.

Heimsoeth Academy

Fotos: Heimsoeth